Neu: “Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt!” – Ein Blick in die Ausstellung!

Blick in die Ausstellungshalle. Robbe & Berking Museum, Flensburg.

“Komm, Schatz!” – Doch mein Mann stand bewundernd vor einem schwarzen Klapp-Fahrrad und wollte nicht weg. “Aus dem Jahr 1914 – toll! Dass die Technik vor 100 Jahren schon so ausgereift war!”

Was es ihm angetan hatte, war ein Ausstellungsstück aus dem Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau (mehr). Vierzig Räder – von der Laufdrainsine bis zum aktuellsten Rennrad – waren sorgfältig verpackt nach Flensburg gebracht worden. Dort können sie jetzt bis zum 22. September täglich außer montags in der Ausstellung “Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt” im Robbe & Berking Museum (mehr) bewundert werden.

Mehr Platz fürs Rad: Lust auf menschenfreundliche Stadtentwicklung

Blick in den Museumsbereich.

Herzstück der Ausstellung sind die Tafeln des Deutschen Architekturmuseums DAM in Frankfurt. Auf über hundert Tafeln wird hier gezeigt, wie man zum Radfahren verlocken kann. New York dürfte gewiss niemandem als Fahrradstadt bekannt sein, und doch ist es gelungen, hier attraktive Radwege einzurichten.

Es ist zum Staunen, was sich Architekturbüros haben einfallen lassen – und zudem bereits umgesetzt wurde und sich bewährt hat! Gelungene Ideen aus größeren und kleineren Städten, zum Beispiel Kopenhagen, Oslo und dem Ruhrgebiet, inspirieren und machen Lust auf menschenfreundliche Stadtentwicklung – auch in Flensburg.

Rennräder aus der Privatsammlung Kusch

Harro Kusch und seine Ausstellungsstücke

Bessere und mehr Radwege wünschen sich auch Harro Kusch und seine Frau. Der Flensburger hat seine Rennradsammlung für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. 19 Rennräder glänzen jetzt in der lichtdurchfluteten Ausstellungshalle. “Die kommen hier toll zur Geltung”, sagt Harro Kusch zufrieden.

Familie Kusch ist selbst regelmäßig mit dem Rennrad unterwegs. Da, wo Radwege sind. “Auf der Straße im Autoverkehr fühlt man sich auf dem Rad nicht sicher”, sagt Frau Kusch.

Vier Typen von Radfahrenden – große Mehrheit hat Bedenken

Für zwei, die sich gut verstehen: Zwei Sättel und zwei Lenker.

Mit dieser Einstellung ist sie nicht allein. Eine Ausstellungstafel informiert über die vier Typen von Radfahrenden, die es laut einer Untersuchung gibt:

  • die Furchtlosen, Starken – 1%
  • die Begeisterten, Überzeugten – 6%
  • die Interessierten, die aber Bedenken haben und unsicher sind – 60%
  • die Uninteressierten – 33%

Radverkehrsförderung muss sich an dieser großen Mehrheit orientieren, die sich unsicher fühlen, wenn sie in der Stadt das Rad nutzen wollen. Fazit: Der Schlüssel liegt in der Gestaltung und dem guten Ausbau der Radverkehrs-Infrastruktur.

Handgefertigte Fat-Bike-Lastenräder von Jens Mahlau

Jens Mahlau baut sein “Fat-Bike”.

“Fantastische Ausstellung, so etwas hat es hier noch nicht gegeben!”, sagt Jens Mahlau. Er ist Motorrad-Fan, ja, aber sein Herz schlägt auch fürs Rad und seine handgefertigten Fat-Bike-Lastenräder mit den übergroßen Reifen wecken Begeisterung (mehr). Er ist samt Werkstatt in die Ausstellung gezogen, allerdings nicht täglich dort anzutreffen.

Damit seine Kreationen gut unterwegs sind, wünscht auch er sich mehr und bessere Radwege. Seine Idee für die enge Innenstadt: Mehr Einbahnstraßen. Dann ist Platz: Für Fuß- und Radverkehr auf der einen Fahrbahnseite, für Autos auf der anderen.

Flensburger Fahrradsommer: Riesiges Rahmenprogramm

Eingang zur Ausstellung

Soweit ein Blick in die Ausstellung. Zu bewundern gibt es außerdem: Eine kleine Phänomenta-Werkstatt rund ums Rad. Fahrräder in allen Spielarten. Irrsinnige Installationen.  Einen großen Büchertisch. Informationswände von engagierten Flensburger Initiativen.

“Inzwischen kenne ich praktisch alle Menschen in Flensburg und im Umland, die mit Radverkehr zu tun haben”, sagt Katrin Storsberg, Kuratorin der Ausstellung. “Ich habe bestimmt mit Hunderten telefoniert. Toll, dass so viele beigetragen haben!”

Gemeinsam mit der Stadt Flensburg, der Tourismusagentur TAFF und einer Vielzahl von Engagierten wurde ein riesiges Rahmenprogramm entwickelt mit Radtouren, Vorträgen und Aktivitäten für Groß und Klein. Das soll demnächst unter SHZ Fahrradsommer (shz.de/fahrradsommer) veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein!
P.S. Einen kleinen Einblick ins Programm gibt es schon einmal hier: mehr

P.P.S. Hingehen! 🙂
Dank der aktuellen Corona-Situation ist der Besuch mit Schutzmaske möglich, ein Test ist nicht nötig.

Highlights aus dem Rahmenprogramm der Ausstellung

  • Flensburg ruft den Fahrradsommer aus! Am umfangreichen Rahmenprogramm zur Ausstellung beteiligen sich zahlreiche Flensburger Gruppen – mehr

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