Luft in Flensburg: Mit Ausreißern … zum Beispiel Dampf Rundum

Luftmessstation Flensburg

Wie gut ist die Flensburger Luft? Und wie kann man sich aktuell informieren? Ganz einfach – per App oder auf Internetseiten.

App “Luftqualität”

Vom Umweltbundesamt gibt es die kostenlose und werbefreie App „Luftqualität“ mit den Werten der Schadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid und Ozon deutschlandweit. Je nachdem gibt es Gesundheitstipps für Aktivitäten im Freien, auch Warnhinweise kann man sich anzeigen lassen.

  • Umweltbundesamt: App Luftqualität
    Pressemitteilung – mehr

Internetseiten zur Luftqualität vor Ort

Die Flensburger Messwerte basieren stets auf der Luftmessstation in Flensburg in der Dr.-Todsen-Straße gegenüber vom Deutschen Haus. Ozon wird hier nicht gemessen, daher fehlt in den Angeboten dieser Wert.

  • Landesportal Schleswig-Holstein, Messstation Flensburg:
    Luftwerte der letzten drei Tage – mehr
  • Umweltbundesamt: Interaktive Karte mit Luft-Messwerten
    aktuell und zurückliegend – mehr
  • Lufthygienische Überwachung Schleswig-Holstein:
    “Luftqualität in Schleswig-Holstein. Jahresübersicht 2017”
    (PDF 2MB) – mehr

Ausreißer beim Dampf Rundum

Was Feinstaub betrifft, hat Flensburg 2019 bereits 14-mal den Tagesmittelwert von 50 µg/m³ überschritten. Erlaubt sind maximal 35-mal (Quelle: UBA, 16.09.19).
Bei Stickstoffdioxid scheinen die Messwerte in Flensburg im Großen und Ganzen akzeptabel, am Wochenende und nachts tendenziell im unteren Bereich.

Doch es gibt Ausreißer, zum Beispiel das Wochenende des “Dampf Rundum” vom 12.-14. Juli 2019.
Stolze Fotos mit dicken, dunklen Rauchwolken zeigen, worum es geht (Flensburger Förde.Net, [10.09.19] – mehr). Das Dampferrennen am Freitag Abend um 19:00 Uhr wurde getoppt durch ein Feuerwerk um 23:00 Uhr.

Gut sichtbar schlägt sich der Qualm in der Flensburger Messstation nieder mit vergleichsweise hohen Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerten bis in die Nacht. Das zeigt die Darstellung des Umweltbundesamtes mit den Messwerten zum 12.-14. Juli. Selbst an den Werktagen danach, 15.-16. Juli, ist die Luft wieder besser.
Zur Grafik: Die Bewertungsstufe “mäßig” bedeutet ein Stundenmittel von Stickstoffdioxid von 41-100 μg/m³. Laut WHO-Gremien müssen gesundheitsrelevante Wirkungen bereits ab einer langfristigen durchschnittlichen Exposition von 20 µg/m³ kalkuliert werden (Quelle: UBA).

Luftmessstation Flensburg
UBA: Luftqualität Flensburg am Wochenende 12.-14. Juli 2019

Klimapakt-Verantwortliche sind “gelassen”

Nicht so schlimm, sagen die Verantwortlichen des Klimapakts. “Der Klimapakt Flensburg sieht dem Dampf-Rundum … gelassen entgegen”, so das Flensburger Tageblatt (09.07.19) und zitiert Klimapakt-Chef Klaus Schrader: „ ‘Es gibt keine Dauerbelastung wie durch den Straßenverkehr’ … Der Anteil am gesamten CO2-Ausstoß halte sich in Grenzen. Aus diesem Grund sei das Dampf-Rundum bisher noch kein Thema beim Klimapakt gewesen”.

Vielleicht sollten sich die Zuständigen beim Klimapakt doch einmal um Verbesserungen bemühen. An diesem Juli-Wochenende konnte man als Innenstadtbewohner kaum lüften wegen der dicken, stinkenden Luft, die vom Museumsberg zurück in die Stadt rollte. Menschen mit Atemwegserkrankungen dürften sehr gelitten haben.

Mehr Engagement fürs Klima!

Und was das Klima betrifft, wünscht man sich von den Klimapakt-Verantwortlichen weniger Gelassenheit und dafür mehr Initiative und Engagement – #endlichTaten !

Mehr zum Thema bei Flensburg-mobil.net:

  • Dicke Luft auf Radwegen in Städten: mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.