Deutschland und Klimaschutz: Nachsitzen!

Flensburg NeumarktDie G20-Staaten sind für 80 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Doch ein neuer Report zeigt: Mit dem Erreichen der Klimaziele schaut es bei ihnen schlecht aus. Schlimmer noch: In 15 der G20-Staaten stiegen die Treibhausgas-Emissionen im vergangenen Jahr sogar wieder.

Deutschland steht im Vergleich besonders in den Bereichen Verkehr und Gebäude schlecht da.

  • Schwachpunkt Verkehr: Hier ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Person und Jahr (Flugverkehr ausgenommen) zwischen 2013 und 2018  sogar um 6 Prozent gestiegen.
    Bei den Gesamtemissionen im Verkehr stehen wir auf Platz 5 – hinter USA, Kanada, Australien und Saudi-Arabien. Nur die USA haben es – wie wir – nicht geschafft, ihre Emissionen zu verringern.
    Musterschüler sind Saudi-Arabien (21 Prozent weniger), Mexiko (12 Prozent weniger) und Brasilien (10 Prozent weniger).
  • Schwachpunkt Gebäude: Beim Heizen und Kühlen von Häusern verbrauchen wir in Deutschland 50 Prozent mehr als der Durchschnitt der G20. Die Standards von Neubauten sind gut, müssten allerdings noch weiter verschärft werden.

Weiterlesen

  • Spiegel online: “Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung” (11.11.2019) – mehr
  • German Watch: “Brown to Green”-Report 2019
    Hauptergebnisse – mehr

“Blauer Brief” für Deutschland

Vor dem Klimagipfel in New York am 23. September 2019 verschickte die Organisation Climate Transparency “blaue Briefe” an die Regierungen der G20-Staaten und rief auf zu mehr Ehrgeiz. Der an Deutschland gerichtete Ambition Call fordert Fortschritte in drei Bereichen:

  • Ein ambitioniertes Klimschutzgesetz mit einer CO2-Reduzierung von mindestens 55 Prozent bis 2030 und dem Kohleausstieg bis 2030.
    Vorbilder: Großbritannien und Chile.
  • Ein CO2-Preis von mindestens 50 Euro in den Bereichen Wärme und Verkehr, der an die Haushalte rückverteilt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass einkommensschwache Haushalte nicht belastet werden.
    Vorbilder: Schweiz und Schweden.
  • Offenlegungspflicht der klimabezogenen Risiken: Große Unternehmen und Finanzinstitutionen müssen über ihre Risiken informieren und die geplanten Entwicklungsschritte zu einer 1,5-Grad-Reduktion beschreiben.
    Vorbilder: Frankreich, Niederlande.

Weiterlesen

  • Climate Transparency: “Ambition Call” für Deutschland
    Handlungsempfehlungen für sofortige Klimaschutzmaßnahmen entsprechend der Bitte des UN-Generalsekretärs zum Klimagipfel
    PDF-Datei, August 2019 : – mehr

Mehr bei Flensburg-mobil.net

  • Klimaschutz im Alltag: Das bringt am meisten – mehr
  • Aktionsgruppe KLIMA Flensburg: Aktiv für das Klima – mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.