Klimaschutz im Alltag: Das bringt am meisten!

Sich klimafreundlich verhalten und CO2 sparen ist das Gebot der Stunde. Welche Maßnahmen bringen wirklich was und welche sind eher “kosmetischer Natur”? Eine Recherche.

Deutschland: Keine Ahnung vom Klimaschutz?

Im Durchschnitt verursacht jeder Deutsche im Jahr rund 11 Tonnen CO2. Eine Tonne CO2 wären erlaubt, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Also heißt es CO2 einsparen. Aber wie? Viele Menschen in Deutschland, so eine repräsentative Umfrage, wissen das nicht.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Maßnahme, fragte Frank Bilstein (Unternehmungsberatung A. T. Kearney) und ließ die Befragten folgende Einsparmaßnahmen von CO2 sortieren:

  • Energieeffiziente Heizung und Dämmung (Einsparpotential: 770 kg CO2 im Jahr pro Person)
  • Auf eine Flugreise im Jahr verzichten (680 kg Einsparung)
  • Weniger Fleisch essen (450 kg Einsparung)
  • Treibstoffsparend Auto fahren (340 kg Einsparung)
  • Lokale und saisonale Produkte kaufen (80 kg Einsparung)
  • Standby bei ungenutzten Elektrogeräten abstellen (53 kg Einsparung)
  • Keine Plastiktüten verwenden (3 kg Einsparung)
    (Die genannten Zahlen sind Durchschnittswerte und Schätzungen und basieren unter anderem auf Angaben des Umweltbundesamtes, co2online und dem Statistischen Bundesamt.)

Überraschend: Die Befragten setzten “Keine Plastiktüten verwenden” an die erste Stelle. Dabei würde energieeffizientes Heizen und Dämmen 250-mal mehr bringen.
Anders gesagt: Ein Jahr in schlecht gedämmter, ineffizient geheizter Wohnung oder Haus kann man prima kompensieren, indem man 250 Jahre auf Plastiktüten verzichtet …

Quelle: Frank Bilstein: “What reduces our personal CO2 footprint?
We have no clue” – 17.10.2019, Linkedin – mehr

Drei Forderungen an klimabewusste Verbraucher*innen

Drei Forderungen richtet Nachhaltigkeitsexperte Dr. Michael Bilharz vom Umwelt-Bundesamt an uns:

  1. “Seien Sie politisch!”
    “Runter vom Sofa, rein in die Lokalpolitik, zetteln Sie grüne Volksabstimmungen oder Fahrrad-Demos an”.
  2. “Kompensieren Sie!”
    Bilharz schlägt vor, den eigenen jährlichen CO2-Ausstoß zu kompensieren. “Bei elf Tonnen kostet das rund 250 Euro, steuerlich absetzbar. Also 68 Cent am Tag. So billig kann Klimaschutz sein! Dabei wird das Geld verwendet, um den CO2-Ausstoß an anderer Stelle tatsächlich zu senken, es fließt also in saubere Technologien wie Solarkocher in Ruanda, die klimaschädliche Holzkohle-Feuerstellen ersetzen.”
  3. “Gehen Sie die großen Posten an!”
    Beim Sparen auf die Schwergewichte konzentrieren: Strom, Heizen der Wohnung, Verkehr und Ernährung.

Quelle: Spiegel online: “Das können Sie persönlich gegen den Klimawandel tun”, 06.12.2018 – mehr

Weiterlesen:

  • Stiftung Warentest: “Testsieger. Die besten Klima­schutz­projekte finden Sie bei Atmosfair, der Klima-Kollekte und Primaklima.”
    aus: “Diese Anbieter tun am meisten für den Klimaschutz” (03/2018)
    mehr
  • atmosfair: CO2-Fußabdruck kompensieren – mehr

Die großen Posten: Strom, Heizung, Mobilität, Ernährung

Beim Sparen im Haushalt sollte man,  wie Michael Bilharz rät, auf die “dicken Brocken”, die “Big Points”, achten, weil man hier mit gezielten Maßnahmen am meisten erreichen kann.

  1. Strom:
    Auf Ökostrom umsteigen, dadurch wird der Ausbau erneuerbarer Energie gefördert. Beim Kauf von neuen Haushaltsgeräten auf geringen Stromverbrauch A+++ achten. Wenn möglich, Solaranlage aufs Dach bauen (Spiegel online: Sonnenstrom vom Balkon – mehr), ggf. auch mit einer Mieterstrom-Anlage.
  2. Heizen:
    Heizung optimieren und für Wärmedämmung sorgen.
  3. Verkehr:
    Auf Rad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und Carsharing nutzen.
  4. Ernährung:
    Weniger Fleisch essen, möglichst keine Lebensmittel wegwerfen und saisonale, lokale, nach Möglichkeit Bio-Produkte kaufen.

Quelle: Morgenpost: “Mit den dicken Brocken anfangen”
Michael Bilharz im Interview (23.03.2017) – mehr

Weiterlesen:

  • CO2-Emissionen berechnen für Auto, Flug, Kreuzfahrt …
    myclimate.org – mehr
  • Bundesumweltministerium: Mein Klimaschutz
    mit informativen Grafiken und Tipps für viele Lebensbereiche  – mehr
  • Michael Bilharz: Keypointer.de
    “Nachhaltiger Konsum: Mach den Unterschied!” – mehr

Mehr zum Thema bei Flensburg-mobil.net

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