Kostenlose Cityzone, Abbiegeassistenten und Tempo 30 im Stadtgebiet: So machen es andere! – Teil I

Verkehrswende jetzt!Verstopfte Bustrassen, Lärm und Luftverschmutzung und Klimawandel – von Stadtverwaltungen und Parteien ist gute Verkehrspolitik gefordert. Wie versuchen andere Städte mit diesen Herausforderungen zurechtzukommen? Hier einige Beispiele.

Aachen: Tempo 30 in der gesamten Innenstadt

Im August dieses Jahres stellte die Fraktionen der GRÜNEN in Aachen den Antrag auf Tempo 30 im gesamten Innenstadtgebiet ( BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN OV Aachen, 20.08.19 – mehr).  Im September beschloss der Aachener Stadtrat ein Paket zur Luftreinhaltung der Innenstadt.

Wichtigste Maßnahme: “Unverzüglich soll die Verwaltung … die Einrichtung von Tempo 30 mit dem Zusatzhinweis ‘Luftreinhaltung’ innerhalb des Alleenrings umsetzen” (Grenzecho, 19.09.19 – mehr).
Hintergrund war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe DHU und ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster.

Augsburg: Erste deutsche Stadt mit kostenloser Cityzone und Mobilitäts-Flatrate

Ab 1. Januar 2020 soll es die kostenlose City-Zone in Augsburg geben. Wer sich im Zentrum bewegt, braucht kein Fahrgeld zu zahlen und kein Ticket zu kaufen.
“Augsburg ist die erste deutsche Stadt, die ein solches Angebot macht. Ein wichtiges Ziel der City-Zone ist, dass der Parksuchverkehr in der Innenstadt deutlich reduziert wird. Dadurch soll sich dann auch der CO2-Ausstoß in der Innenstadt verringern” (Stadtwerke Augsburg – mehr).

Ab November gibt es die Mobil-Flat. Damit kann man Bus und Straßenbahn im Stadtbereich nutzen, kostenlose halbstündige Touren mit dem Rad unternehmen und 15 Stunden bzw. 150km mit dem Leihauto unterwegs sein. Dafür stehen an 80 Leihstationen 200 Autos bereit.
E-Scooter wurden bewusst nicht ins Angebot aufgenommen. “Bisher sind uns die Roller mit ihrer niedrigen Lebenserwartung und so lange sie nicht gut recycelbar sind, nicht nachhaltig genug”, so SWA-Geschäftsführer Walter Casazza (Süddeutsche Zeitung, 17.09.19 – mehr)

Auch die Tarife können sich sehen lassen: In Augsburg zahlt man für das Mobil-Abo ab 9 Uhr 30 Euro und für die Mobil-Flat 79 Euro (Stadtwerke Augsburg – mehr).

Stadt Deggendorf: LKW-Fuhrparks vor Ort mit Abbiegeassistent

Die Stadt Deggendorf macht mit bei der bundesweiten “Aktion Abbiegeassistent”, um die Straßen für Rad- und Fußverkehr sicherer zu machen. Eine Reihe von Kommunen beteiligen sich bereits und wirken auf die Unternehmen vor Ort ein, “ihre Fuhrparks noch vor dem verbindlichen Einführungsdatum auf EU-Ebene so schnell wie möglich mit Abbiegeassistenten auszurüsten oder Neufahrzeuge nur mit Abbiegeassistenten auszurüsten” (Bayerischer Rundfunk, 8.10.19 – mehr).

Zur „Aktion Abbiegeassistent“ gehört ein Förderprogramm in Höhe von jährlich 10 Mio. Euro des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)  für die freiwillige Aus- bzw. Nachrüstung von Lkw und Bussen mit Abbiegeassistenzsystemen. Dies Förderprogramm läuft bis 2024.

  • Mehr Information:
    – BMVI: Abbiegeassistent, 15.10.19 – mehr
    – Antragsportal des Bundesamts für Güterverkehr – mehr

Bereits jetzt können Städte – laut einem Rechtsgutachten der Bundestagsfraktion der Grünen – LKW ohne Abbiegeassistenten, aus denen ein Fahrrad leicht übersehen werden kann, aus deutschen Städten ausschließen.
Denn “Leben und Gesundheit von Radfahrern und Fußgängern zu schützen, ist eine verfassungsrechtlich zulässige, im Rahmen der grundrechtlichen Schutzpflichten sogar gebotene staatliche Maßnahme”, so ein Ausschnitt aus dem Gutachten.

  • “Abbiegesystem erst 2024 Pflicht: Was Städte bereits tun können”
    Bayerischer Rundfunk, 8.10.19 – mehr

Bad Birnbach: Autonome Busse verbinden Bahnhof und Zentrum

In Bad Birnbach pendeln zwei autonome Elektrobusse zwischen Ortskern und Bahnhof, die etwa zwei Kilometer entfernt liegen. Der Bus hat Platz für sechs Personen, ist barrierefrei und kostenlos. Es handelt sich um ein Pilotprojekt der Bahn.
“Der selbstfahrende Elektrobus der Deutschen Bahn in Bad Birnbach kommt offensichtlich gut an. Es seien bereits 10.000 Fahrgäste gezählt worden, meldet die Bahn”,  (Bayerischer Rundfunk, 7.10.19 – mehr).
Auch in anderen bayerischen Orten sollen solche Busse künftig zum Einsatz kommen.

Mehr zum Thema bei Flensburg-mobil.net

  • #endlichTaten – 5 Sofort-Forderungen zur Verkehrswende in Flensburg:  Jetzt unterschreiben! – mehr
  • Verkehrsbelastung in Flensburg: Wo liegen die Probleme? – mehr
  • Vision Zero: Jeder Unfall ist einer zuviel! – mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.