Verkehrsbelastung in Flensburg: Wo liegen die Probleme?

Vor der Bahnunterführung FlensburgFlensburg, die schöne Stadt an der Förde, muss täglich 10.000 Aus- und sogar mehr als 22.000 Berufs-Einpendler verkraften. Die meisten sind mit dem Auto unterwegs. Das Ergebnis: Eine Verkehrsbelastung teilweise größer als auf der Autobahn. Dazu: Luft- und Lärmbelastung und steigende Unfallgefahren.

Zwei Drittel der Flensburger arbeiten am Ort

Rund 30.750 Berufstätige leben – laut der SPIEGEL-Themenseite “Die Pendlerrepublik” – im schönen Flensburg. Davon haben es zwei Drittel, rund 20.250 Personen, gut: Ihr Arbeitsplatz ist auch hier.
Das letzte Drittel pendelt nach auswärts zur Arbeit. Ein großer Teil, nämlich rund 1400, fahren regelmäßig nach Handewitt und Harrislee.
Manche fahren auch nach Kiel und Hamburg (jeweils rund 650) sowie Schleswig und Glücksburg (je knapp 500) und an andere Orte.

Aber: Zehntausende von Einpendlern täglich

Überraschend: 22.300 Berufstätige pendeln regelmäßig von außen ein. Damit hat Flensburg einen positiven Pendlersaldo.

Ihre Wohnorte sind Handewitt und Harrislee (je gut 1400 Personen), sie kommen aus Glücksburg (rund 750), Tarp, Oeversee, Mittelangeln und Schleswig (jeweils rund 600), Sörup, Wees und Großenwiehe (je rund 450).
Manche pendeln sogar aus Kiel und Hamburg (je rund 300) ein.

Die meisten nutzen das Auto …

Das Problem: Die meisten Pendler sind mit dem Auto unterwegs. Im Schnitt benutzten 2016 68% das Auto, nur ca. 10% das Fahrrad und rund 15% öffentliche Verkehrsmittel (Statistisches Bundesamt – mehr)

Der SPIEGEL (siehe unten) hat die Daten noch weiter aufgeschlüsselt. In kleineren Orten wählen sogar drei von vier Pendlern Auto oder Kraftrad. Nur 8% nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Dazu kommen: Touristen, Studierende, Einkaufsverkehr, …

Und das sind nur die Pendler aus beruflichen Gründen. Dazu kommen natürlich noch Gäste und Touristen, Studierende, Personen, die zum Einkaufen nach Flensburg fahren.

Jeder zweite Weg im Auto

Der sogenannte “Modal Split”, also der Anteil der genutzten Verkehrsmittel, betrug in Flensburg laut der Untersuchung von 2011 16% für den Fußverkehr, 19% für Radverkehr, 11% für Bus- und 54% für den Autoverkehr. Das heißt, dass jeder zweite Weg mit dem Auto zurückgelegt wurde.

Geplant ist eine deutliche Veränderung. Bis 2050 soll der Anteil des Autoverkehrs in Flensburg auf 25% sinken.
Tja, Papier ist geduldig …

  • Flensburger Tageblatt:
    Masterplan Mobilität: Bus, Rad und Füße statt Autos, 24.01.2018 – mehr

Auf Flensburger Straßen mehr Verkehr als auf der Autobahn

Laut dem Ingenieurbüro LAIRM Consult GmbH in ihrem Gutachten zum Straßenverkehrslärm wurden auf der Bundesautobahn A7 (westlich Stadtgrenze) 2016 ca. 23.000 KFZ täglich gezählt.

Das wurde in Flensburg innerorts auf vielen Straßen locker übertroffen. Zum Beispiel fuhren – wohlgemerkt, täglich:
– Am Friedenshügel – bis zu rund 26.000 PKW,
– Friedrich-Ebert-Straße (zwischen Dr.-Todsen- und Heinrich-Straße) – rund 35.000 PKW
– Hafendamm – bis zu 29.000 PKW
– Nordstraße – bis 26.000 PKW
– Norderhofenden – bis 25.000 PKW
– Osttangente – bis 38.000 PKW
– Süderhofenden – bis zu 27.000 PKW
– Schützenkuhle – bis zu 24.000 PKW
– Westtangente – bis zu 39.000 PKW

Die Daten basieren auf der Verkehrszählung von 2016. Man darf getrost davon ausgehen, dass sie heute höher sind.

  • LAIRM: Lärmkartierung des Umgebungslärms nach EU-VBus
    in: Ratsinformationssystem Flensburg, 18.06.2019 :
    Beschlussprotokoll und alle Unterlagen zum Lärmaktionsplan: mehr

Woher kommen die Pendler-Daten?

Die Bundesagentur für Arbeit erhebt für alle rund 32 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland Angaben zum Wohn- und Arbeitsort. Aus diesen Daten leiten sich die Pendelbeziehungen zwischen den deutschen Kommunen ab. Gegen Bezahlung bietet sie die Daten auch in der höchsten Auflösung an, der Gemeindeebene.
Der SPIEGEL hat diese Daten gekauft und aufbereitet. Sie stellen eine Momentaufnahme zum Stichtag 30. Juni 2017 dar.

  • SPIEGEL: Themenseite “Die Pendlerrepublik”
    Flensburg als Wohn- bzw. Arbeitsort eingeben – mehr

Mehr zum Thema bei Flensburg-mobil.net

  • Kreis Schleswig-Flensburg: Abgehängt? – mehr
  • Lärmaktionsplan Flensburg 2019: Konkrete Maßnahmen überfällig – mehr

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