Vision Zero: Jeder Unfall ist einer zuviel!

Ghostbike (TiSch)Zeit für Vision Zero! Menschen machen Fehler. Das Verkehrssystem muss so geplant sein, dass es solche Fehler verzeiht. Niemand darf dafür mit seiner Gesundheit oder dem Leben bezahlen müssen. Jede und jeder hat das Recht auf eine sichere Umgebung.

Keine Utopie!

Eine Utopie? Nein. In Schweden sollen seit 1997 alle Straßen nach diesem Prinzip gestaltet werden. Inzwischen gehören sie zu den sichersten der Welt.
In der Schweiz gibt es dank dem Konzept Via sicura (Sichere Straße) zwei Drittel weniger Verkehrstote – bei weiter fallender Tendenz.
In ganz Europa finden sich Städte mit “Zero Times”, in denen – teilweise über Jahre hinweg – keine Menschen im Verkehr ihr Leben opferten.

  • DEKRA: Vision Zero – interaktive Karte
    Städte mit “Zero Times” – mehr

Wo steht Flensburg? Petition an OB Lange

In den Jahren 2009-2016 kamen in Flensburg im Straßenverkehr keine Menschen zu Tode. Wir waren auf einem guten Weg.
Aber inzwischen hat laut Verkehrssicherheitsbericht Schleswig-Holstein die Zahl der Verkehrsunfälle wieder zugenommen. 2017 und 2018 gab es jeweils zwei Tote.
Jede Verletzte, jeder Tote ist ein Unglücksfall zuviel. Wir müssen uns weiter anstrengen.

Deshalb hat die VCD Ortsgruppe im Juni dieses Jahres Oberbürgermeisterin Simone Lange über 600 Unterschriften überreicht mit der Forderung nach konsequenter Umsetzung des Prinzips Vision Zero in Flensburg, sicheren Rad- und Fußwegen, Verstärkung der Unfallprävention, Ausstattung von LKW im Stadtbereich mit Sicherheitssystemen und der schrittweisen Reduzierung des Schwerlastverkehrs im Stadtgebiet.

  • Polizeidirektion Flensburg:
    Verkehrssicherheitsberichte von 2012-2018
    (ganz nach unten scrollen!) – mehr
  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Unfallatlas Deutschland (2016-2018)
    Straßengenau sind hier die Unfälle mit Personenschaden angezeigt.
    Flensburg bei der Suche oben rechts eingeben: mehr
  • VCD Ortsgruppe Flensburg:
    Übergabe der Unterschriften (12.06.19) – mehr

Wie lässt sich Vision Zero – NULL Verkehrstote erreichen?

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der Vision Zero propagiert, fordert ein Bündel von Maßnahmen. Dazu gehören:

  • Verkehrsüberwachung gezielt verstärken (als Top 1!)
  • Höchstgeschwindigkeiten anpassen (Top 2)
  • Sicherheit durch Verbesserung der Infrastruktur erhöhen
  • Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr erhöhen
  • Fahrerassistenzsysteme, Automatisierung und Vernetzung forcieren

Ausführliche Darstellung der Forderungen

  • DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat):
    Top-Forderungen des DVR zur Verkehrssicherheit – mehr
  • DVR: “Vision Zero” – Häufig gestellte Fragen – mehr

Zum Beispiel Schweden …

Wie viele Verkehrsopfer würdest du in deiner Familie akzeptieren oder unter deinen Freunden? “Jeder würde sagen: Natürlich Null. Es ist nicht hinnehmbar, dass irgendjemand aus meiner Familie oder von meinen Freunden sein Leben im Verkehr verliert. Dann wird klar, wenn das für deine Familie gilt, dann gilt das für alle: Die akzeptierbare Opferzahl für die ganze Gesellschaft ist Null.” Deshalb: Vision Zero.
Und es funktioniert: “Bezogen auf die Bevölkerung hat Schweden etwa 30 Prozent weniger Verkehrstote als Deutschland. Ein Grund dafür ist das Verhältnis zur Sicherheit in Schweden. Hier gilt seit 1998 die Vision Zero.” So Anna Johannson, Schwedens Ministerin für Infrastruktur (07.01.2016).

  • SWR >> Wissen: Schwedens Vision Zero (Sendung vom 07.01.16)
    “Bezogen auf die Bevölkerung hat Schweden etwa 30 Prozent weniger Verkehrstote als Deutschland. … Hier gilt seit 1998 die Vision Zero”: mehr

… und die Schweiz

“Zwischen 2013 und 2015 konnten mindestens 100 Schwerverunfallte (Tote und Schwerverletzte) verhindert werden. Auch 2016 konnte im Vergleich zum langjährigen Trend eine überproportionale Abnahme bei den Verkehrstoten verzeichnet werden,” so die Evaluation des Schweizer Bundesamts für Straßen (28.06.2017 – mehr).

Durchgeführt wurden unter anderem folgende Maßnahmen:
– Prävention, z.B. Alkoholverbot für Neulenkende und Berufsfahrer
– bessere Durchsetzung bestehender Regeln
– Repressive Massnahmen bei schwerwiegenden Delikten wie z. B. bei «Rasern»
– Infrastrukturmassnahmen, z.B. Überprüfung von Straßenbauprojekten auf Verkehrssicherheitsdefizite.

  • Schweiz: Bundesamt für Strassen (ASTRA):
    “Mehr Verkehrssicherheit dank Via Sicura”: – mehr
  • Spiegel+: “Wie die Schweiz die Zahl der Verkehrstoten gesenkt hat.
    Schweizer Straßen zählen jetzt zu den sichersten der Welt – auch dank eines klugen Verkehrsministers, der keiner Lobby hörig war.” (08.02.19)
    (Achtung: nur für Abonnenten) – mehr

… und Deutschland?

“Keine Verkehrstoten mehr, das wäre laut Unfallforschern möglich. Aber dazu müssten alle mitziehen – auch die Politik … Stirbt ein Mensch bei einem Verkehrsunfall, sind nach einer Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) im Durchschnitt 113 andere Menschen unmittelbar betroffen. Darunter sind elf Angehörige, vier enge Freunde, 56 Bekannte – und 42 Einsatzkräfte von Sanitätsdiensten, Feuerwehren oder Polizei.”
So die Süddeutsche Zeitung (03.06.2017) – mehr

  • Spiegel: “Das Ende des Sterbens” (13.08.15)
    “Der Verkehr tötet mehr Menschen als Ebola, als Malaria, als Terroristen; er tötet viel mehr sogar als alle Flüchtlingsboote im Mittelmeer, als alle Kriege und alle Bürgerkriege zusammen.” – mehr
  • DESTATIS (Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle
    Aktuelle Statistiken und Pressemitteilungen – mehr
  • Deutscher Bundestag, Petition 89913: “Der Bundestag möge beschließen: Auf deutschen Autobahnen wird ein generelles Tempolimit von 130 km/h eingeführt.”
    Qorum erreicht, aktueller Status: in der Prüfung – mehr

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