Dicke Luft auf Radwegen in Städten

Radfahrer in Großstädten leiden besonders unter Luftverschmutzung und Feinstaub. Das kann man sich leicht denken – nun ist es auch bewiesen. Dr. Erika von Schneidemesser vom IASS und ihr Team waren mit Messgeräten ein Vierteljahr lang auf häufig befahrenen Strecken in Berlin und Potsdam unterwegs und haben ihre Ergebnisse publiziert.

Lieber in ruhigen Straßen fahren

Über Videoaufnahmen konnten die Forscher ermitteln, welche und wie viele Fahrzeuge jeweils auf den Straßen unterwegs waren. So konnten sie die Messwerte direkt mit dem Verkehr in Verbindung setzen.

Wenn neben PKW auch Busse, Motorräder und LKW auf der Straße unterwegs sind, steigt die Partikelkonzentrationen um 30 bis 40 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Umgebungsniveau.

Auch bei Staus beim Warten an Ampeln stieg die Partikelkonzentration deutlich an – um ein Drittel bis zur Hälfte.

Beim Fahren in Wohngegenden oder Grünflächen verringerte sich die Konzentration gegenüber dem durchschnittlichen Umgebungswert um etwa ein Fünftel.

Stadtplanung: Radwege eher auf Nebenstraßen einrichten

“‘Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick logisch. Aber jetzt haben wir valide Messdaten, die solch gängige Annahmen auch quantitativ belegen’, sagt Erika von Schneidemesser vom IASS. ‘Künftige Stadtplanung sollte beispielsweise Radwege eher auf Nebenstraßen parallel zu Hauptstraßen einrichten, um den Weg noch attraktiv zu machen, die Feinstaub-Exposition aber zu verringern.

Bis dahin nehmen Radlerinnen und Radler besser die Radwege, die durch Parks und Wohngebiete führen. Aber bitte diese Ergebnisse nicht falsch verstehen: Radfahren – auch auf Hauptstraßen – ist immer noch viel gesünder als Autofahren!'” (mehr)

P.S. Natürlich gelten diese Werte ganz genauso auch für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind!

  • Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS):
    “Dicke Luft” auf Radwegen in Städten – mehr

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