43. Auschuss für Umwelt, Planung, Stadtentwicklung (SUPA) am 20.10.2020 – Bericht

Das war heute ein relativ langweiliger und unspektakulärer SUPA, was das Thema Fahrrad und alternativer Verkehr angeht.

TOP 7: Lärmaktionsplan

Den Start machte Christian Popp vom Lärmkontor mit TOP 7, dem Lärmaktionsplan. Mir kam das wie ein Deja Vue vor, da er eigentlich die Erläuterungen zum Lärmaktionsplan des letzten SUPA wiederholte. In der Kurzfassung:

Etwa 50% der Einwohner werden von Straßenverkehrslärm belästigt. Die Dezibel-Skala ist logarithmisch.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bel_(Einheit)

D.h. eine Reduktion des Lärms um ~6 dB fühlt sich wie eine Halbierung der Lautstärke an. Straßenverkehr entspricht etwa 80 dB, Ruhe hat man unter 30 dB. Ab 60-65 dB besteht Gesundheitsgefährdung.

Wesentliche Maßnahmen zur Lärmreduktion sind:

  1. Reduktion der Verkehrsmenge (Halbierung = minus 3dB)
  2. Geschwindigkeitsreduktion auf unter 30 km/h ist sehr effektiv.
  3. Fluss egalisieren ist effektiv, Beschleunigen ist laut.
  4. Flüsterasphalt ist sehr effektiv, Naturstein eine Katastrophe (+8 dB).

Mit den Enthaltungen der Wif, Flensburg Wählen! und FDP wird der Lärmaktionsplan angenommen.

TOP 3: Verkehrsberuhigung Norderstraße

In TOP 3 rollte Marc Paysen (Flensburg Wählen!) wiederholt das Thema Verkehrsberuhigung in der Norderstraße auf. Er brachte dieselben Gründe wie beim letzten SUPA vor (teurer Poller, geringe Auswirkung), die durchaus stichhaltig sind, allerdings wurde ihm für diese Ehrenrunde wenig Gegenliebe entgegen gebracht. Man wischte das Thema mit 10 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen vom Tisch.

TOP 5: Mummsche Koppel

Unter TOP 5 wurde der Bebauungsplan “Mummsche Koppel” mit den Stimmen der CDU, SPD, Grünen und FDP angenommen. Knackpunkt bleibt die „Erschließung“, also die Zuwegung von der Schulze-Delitzsch-Str. Der Antrag, sie über den Campusbad-Parkplatz in das Wohngebiet zu führen, wurde im SUPA abgelehnt. Der aktuelle Entwurf sieht eine 3,50 m breite Fahrbahn mit quasi ebenerdigen Fußwegen daneben (=Ausweichflächen) vor, die in einem Shared-Space-Kreuzungsbereich endet (Aufteilung in die zwei Rad/Fußwege und die Wohnstraße).

Ich denke, hier könnte man wesentlich mehr draus machen. Die künstlerische Darstellung sieht viel zu offen und breit aus, das wird keinen Autofahrer zum Langsamfahren bringen. Mir schweben Poller vor und eine erhöhte Anordnung des Shared Space (als Hubbel) um wirklich klar hervorzuheben, dass Autos hier Rücksicht nehmen müssen.

Die Aufstellung eines Parkraumbewirtschaftungskonzepts (TOP 6) fiel leider unter den Tisch. Vielleicht nächstes Mal.

Tim Meyer-König

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.